Augen, Ohren, Herzen öffnen

Mit meinen Bildern erforsche ich Unsichtbares, breche behutsam sichtbare Oberfläche auf, ohne zu zerstören - zum Teil auf humorvolle, zum Teil auf ironische Weise. Ich mache Wünsche, Träume, Alltagsbefindlichkeiten, Bedürfnisse, Emotionen, menschliche Stärken und Schwächen in Form und Farbe lebendig. Das eigene aber auch das fremde Ich erwachsen dabei zu Bildgegenständen.

Aus einer inneren Notwendigkeit heraus finde ich Symbole für das Leben - die Bewegung und die Begegnung - das Reifen und Wachsen. Dabei öffne ich Augen, Ohren und Herzen der Menschen und trage meine Vision in die Welt, dass wir Menschen uns aufrichtiger begegnen mögen, den Mut haben, Gefühle zu zeigen oder aus der Reihe zu tanzen.

Leben ist Begegnung. Wir Menschen müssen aufeinander Acht geben, uns in unserer Einzigartigkeit respektieren, sensibel miteinander umgehen, zuhören: offenen Auges, offenen Ohres, offenen Herzens. Nur so wird offene Begegnung möglich.

Leben ist Bewegung. Alles ist im Fluss. Das Bewegte fließt und wächst aus meinen Figuren heraus. Es sucht sich seinen Weg, um Einfluss zu nehmen, um etwas zu bewegen, einen fruchtbaren Dialog zu eröffnen, das Leben anderer Menschen kraftvoll zu durchströmen.

Leben ist Wachsen und Reifen. Veränderungsprozesse des eigenen aber auch des fremden Ichs symbolisiere ich durch Ranken, Blüten, Bäume oder Naturstrukturen, wie Baumrinden und Wasserkreise. Die Intention der Veränderung möchte ich weitertragen und Augen, Ohren, Herzen öffnen.





Bettina Mundry *1959

Die Bilder von Bettina Mundry lassen die Phantasie treiben wie einen Kahn auf weitem offenem See.

Immer gehört eine Geschichte dazu, die ohne sichtbare Absicht erzählt wird und keine stellvertretenden Symbole zitiert.

Die Motive brauchen ihre eigene Zeit des Wachsens, füllen den Kopf und müssen „ausgemalt“ werden, bevorzugt mit Acryl, Pastellkreide und Tusche.

Wir werden Zeuge, wie Gefühle frei werden und (manchmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes) dem Kopf entspringen.

Die Bilder spiegeln Stimmungen von Harmonie bis Streitlust, von Ironie bis Traumtanz. Trauen wir also der Phantasie.


Katalogtext von Carola Baum Lyrikerin




Nachsatz zur Personalausstellung
WEIBSBILDER und andere Kleinigkeiten
in der Galerie Kuckucksnest
in Berlin, März 2007

Mit mehr als vierzig Gästen war die Vernissage schon sehr gut besucht.
Die Lyrikerin Ines Baumgartl las aus ihren Werken und verlieh damit dem Abend einen besonderen Klang.
Vielleicht verdanken wir dem Presseartikel über unsere 100.Aus stellung das größere Interesse; die Begeisterung ist aber allein der Auffassung von Bettina Mundry geschuldet.

Mit Schmunzeln und Staunen betrachteten Leute die Bilder, fanden sich darin wieder, waren deutlich angezogen, fühlten sich verstanden und verstanden selbst.
Eine solche Resonanz ist selten und wird die Malerin freuen, die betont, dass ihr am Darstellen des Alltäglichen liegt.

Konstanze Sass